Todesursache Medikationsfehler


Häufiger als ein Autounfall
Todesursache Medikationsfehler

In Deutschland versterben jährlich mehr Menschen an Einnahmefehlern und Wechselwirkungen als an Autounfällen. Auf dem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer, kurz Pharmacon, haben die Apotheker Thema besprochen. Mit Hilfe eines dreistufigen Arzneimittel-Management-Programms wollen sie die Arzneimitteltherapie sicherer gestalten.

Gesundheitsrisiko Medikationsfehler

Unter dem Begriff Medikationsfehler verstehen Ärzte und Apotheker Fehler bei der Medikamenteneinnahme. Viele Medikationsfehler bleiben folgenlos. In schwereren Fällen verursachen sie jedoch Gesundheitsschäden bis hin zum Tod. Einige Medikationsfehler gehen darauf zurück, dass der Patient nicht richtig über die Arzneimitteleinahme informiert ist. Vergisst er zum Beispiel zu essen, nachdem er bestimmte blutzuckersenkende Medikamente eingenommen hat, droht ihm ein lebensbedrohlicher Unterzuckerzustand. Andere Medikationsfehler sind die Folge gefährlicher Arzneimittelzusammenstellungen. Beispielsweise verursacht die Kombination bestimmter Antidepressiva schwerwiegende Wechselwirkungen.

Erschreckende Statistik

5 Prozent der Krankenhauseinlieferungen gehen auf Medikationsfehler zurück. Bei Senioren machen fehlerhafte Arzneimitteleinahmen und -kombinationen sogar 10 Prozent der Krankenhauseinweisungen aus. Dies liegt daran, dass sie häufig mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen und daher ein größeres Risiko für Wechsel- und Nebenwirkungen tragen. In Deutschland kosten Medikationsfehler jährlich eine Milliarde Euro und direkt oder indirekt 16.000 bis 58.000 Menschenleben. Im Vergleich dazu fordern Autounfälle 4.000 Opfer pro Jahr. „Der Straßenverkehr ist in den letzten Jahrzehnten immer sicherer geworden, z.B. durch Gurtpflicht und die serienmäßige Einführung von Airbags. Vergleichbare Sicherheitsstufen müssen wir bei der Arzneimitteltherapie einführen “, kommentiert Prof. Dr. Ulrich Jaehde auf dem Pharmacon, dem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer.

Dreipunkteplan gegen Medikationsfehler

Zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit setzen die Pharmacon-Teilnehmer auf drei wesentliche Elemente. Die Basis bildet ein Medikationsplan. Auf ihm vermerken Ärzte und Apotheker sämtliche Arzneimittel, die ein Patient einnimmt. Der Medikationsplan verhindert Wechselwirkungen und Doppelverordnungen. Er empfiehlt sich vor allem für jene Personen, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen und zu verschiedenen Ärzten gehen. Als zweites fordern die Experten eine engere Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Apothekern und Pflegepersonal. Das dritte Element der Arzneimittelsicherheit ist der mündige Patient selbst. Aufmerksam und gut informiert durch Ärzte und Apotheker verhindert er aktiv die Entstehung von Medikationsfehlern.

News

Sport gegen Depression?
Sport gegen Depression?

Bewegung scheint zu helfen

Viele kennen es aus dem Alltag: Nach dem Sport kommt man auf bessere Gedanken. Doch funktioniert das auch bei Depressionen?   mehr

Gichttherapie schützt das Herz
Gichttherapie schützt das Herz

Runter mit der Harnsäure!

Wer seine Gicht-Medikamente regelmäßig einnimmt, profitiert doppelt. Denn niedrige Harnsäurewerte schützen nicht nur vor einem schmerzhaften Gichtanfall. Auch die Gefahr für Herzinfarkt oder Schlaganfall sinkt dadurch.   mehr

Hormon und Kuscheln heilt Wunden
Hormon und Kuscheln heilt Wunden

Liebe ist die beste Medizin

Bisher werden Verletzungen mit Verbänden oder Wundspray behandelt. Steht demnächst vielleicht auch Oxytocin plus Kuscheln auf dem Rezept? Die Kombination soll Wunden schneller heilen lassen.   mehr

Länger leben mit grünem Tee?
Frau in mittleren Jahren gießt sich Tee aus einer Kanne ein. Teetrinken hat einen guten Ruf für die Gesundheit.

Eher geringer Effekt nachweisbar

Grünem Tee wird schon lange eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt - bei Darmerkrankungen, gegen Alzheimer, Krebs, oder ganz besonders gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber  ist an dem Gesundheitsmythos wirklich etwas dran?   mehr

Dellwarzen den Garaus machen
Dellwarzen den Garaus machen

Nicht immer nur kosmetisch störend

Dellwarzen sind klein und relativ unscheinbar – und verschwinden früher oder später von selbst wieder. In manchen Fällen sollten sie jedoch behandelt werden. Je nachdem, wo sie sitzen, ist das auch als Selbsttherapie möglich.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Neue Elbe Apotheke
Inhaber Apotheker Nagip Maksoud
Telefon 04143/63 63
Fax 04143/91 32 03
E-Mail kontakt@apothekedrochtersen.de