Werbeverbot für Tabak


Konsequente Umsetzung gefordert
Werbeverbot für Tabak

Je öfter Jugendliche Tabakwerbung sehen, desto eher beginnen sie zu rauchen – und erhöhen ihr Risiko für eine Tabaksucht. Das zeigt eine Studie der DAK-Gesundheit und des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord).

Suchtpotenzial ein Drittel höher

Die Forscher analysierten die Daten von rund 1.300 Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 15 Jahren, die sie über die Dauer von 30 Monaten erhoben. Bei Studienbeginn hatte keiner der Teenager jemals geraucht. Fazit der Untersuchung: Nach zehn Kontakten mit Tabakwerbung erhöhte sich das Risiko täglich zu rauchen um 30 Prozent. „Damit ist der Weg in eine Abhängigkeit getan“, kommentiert Ralf Kremer das Ergebnis, Suchtexperte bei der DAK-Gesundheit.

WHO-Rahmenabkommen wird ignoriert

„Unsere Studie macht deutlich, dass es dringend an der Zeit ist, zu handeln. Die Politik muss endlich ein umfassendes Tabakwerbeverbot durchsetzen“, fordert Kremer. Hintergrund: Bereits 2004 hatte sich Deutschland mit der Ratifizierung des WHO-Rahmenabkommens verpflichtet, bis 2005 ein umfassendes Verbot für Tabakwerbung umzusetzen. „Das Thema wird seit Jahren ausgesessen“, mahnt Kremer. Vor allem im Sponsoring-Bereich spielt Tabakwerbung nach wie vor eine große Rolle – auch bei Veranstaltungen mit jungem Publikum.

Insgesamt weniger jugendliche Raucher

Positiv bewertet die DAK-Gesundheit den Trend, dass Jugendliche weniger rauchen. „Seit 2001 hat sich die Zahl der jugendlichen Raucher mehr als halbiert“, erläutert Kremer. „Die Bemühungen um Aufklärung tragen erste Früchte. Dennoch raucht noch jeder achte Jugendliche in Deutschland. Ein Grund mehr, auch in Sachen Tabakwerbeverbot nicht locker zu lassen.“

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